Gedichte und Verse zum Abschied und Tod
Was bleibt wenn einer geht? Wut, Trauer, Schmerz? All das und noch viel mehr. Meist sind diese Gefühle und Emotionen nicht in Worte zu fassen oder es fällt einem sehr schwer darüber zu reden. Allerdings geht jeder Mensch anders mit Trauer um. Oft hilft es, seine Gefühle nieder zu schreiben und deshalb haben auch nicht nur große Dichter über den Abschied und Tod so manches Gedicht verfasst. Finden Sie hier nun Gedichte über Abschied und Tod, die auch Ihr Herz berühren, damit Sie wissen, Sie sind nicht alleine.
Stufen
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden,
Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde!
Hermann Hesse
Schlussstück
Der Tod ist groß,
Wir sind die Seinen
lachenden Munds.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen
mitten in uns.
Rainer Maria Rilke
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